Draußen von Michéal Eastwood

Ich öffnete die Augen und setzte mich im Bett auf und sah mich wie ich jeden Morgen im faden, leeren Zimmer um, um mich daran zu erinnern, wo ich war. Ich stand auf und ging in die Ecke des Raumes, wo ein kleiner, schmutziger Eimer stand, auf den das Wort „Toilette“ gemalt war. Ich tat, was ich jeden Morgen tat, und als ich fertig war, ging ich in die Mitte des Zimmers und setzte mich mit gekreuzten Beinen auf den Boden neben das Fenster. Das Licht von draußen schlug mir ins Gesicht, und ich dachte mir: „Die Sonne muss draußen zum Spielen sein“. Als ich aufsah, um aus dem Fenster zu schauen, blendete mich das Licht so sehr, dass ich die Augen zusammenkneifen musste. Draußen sah es wie ein Gemälde aus, das bis zur Vollkommenheit gearbeitet worden war; der klare, blaue Himmel war hell und voll, und es gab nur ein paar kreideweiße Wolken, die perfekt angeordnet waren, um die Sicht nicht zu beeinträchtigen. Die Sonne war in ihrer vollen Pracht, und sie schien mit solcher Anmut und Freude auf die Welt zu lächeln, als würde sie Leben auf den Planeten bringen und die fernen grünen Hügeln, die ihre Spitzen zeigten, umso lebendiger erscheinen lassen. Ich saß eine Weile lang da und betrachtete durch das Fenster, das Glasportal in meiner Wand, die Schönheit dessen, was war.

 

 

Ich hörte Schritte jenseits der Tür, und als sie näher kamen, sprang ich auf und rief: „Mama“, während ich zur Tür lief. Meine Mutter trat ins Zimmer und schloss die Tür schnell hinter sich zu. Das tat sie immer, wenn sie ins Zimmer trat, und ich fragte nie, weshalb. Sie drehte sich zu mir um; ich dachte immer, meine Mutter sei der schönste Mensch der Welt. Ihre Augen waren hellblau wie der Himmel und sahen immer lieb aus. Sie hatte wunderschönes blondes Haar, das glitzerte, sobald es von der Sonne berührt wurde und ein leichtes Lächeln, das mich immer gleich zum Zurücklächeln veranlasste. Sie streckte ihre Arme aus und schloss sie um mich. „Wie geht es dir, mein Sohn?“ flüsterte sie mit der zartesten Stimme, die ich mir vorstellen konnte, und ich schaute zu ihr auf und küsste ihre blasse Wange, bevor ich antwortete: „Ich will nach draußen gehen.“ Die Umarmung meiner Mutter lockerte sich, als sie sich zu mir bückte, meine Schultern hielt, mir tief in die Augen schaute und sagte: „Du weißt, dass es draußen gefährlich ist, mein Schatz,“ und mir mit der Hand durch die Haare um mein Ohr fuhr. „Ich werde vorsichtig sein, ich verspreche es,“ protestiere ich mit einem Grinsen im Gesicht. Wieder sah sie mir in die Augen: „Wir haben darüber gesprochen, mein Schatz, dass die Welt da draußen ein gefährlicher Ort ist voller Menschen, die dich verletzten wollen,“ sagte sie ruhig. Ich fühlte, wie ihr Griff stärker wurde, als sie dies sagte, und ihre Stimme klang, als hätte sie einen Kloß im Hals, aber sie lächelte weiter und schaute nicht weg von mir; sie behielt ihre Fassung. „Aber was, wenn …“. Ich begann, aber sie unterbrach mich mit den Worten: „Jetzt lass mich dich mal füttern, mein Schatz,“ und sie stand wieder auf. Sie fuhr jetzt mit der üblichen Morgenroutine fort, ging zum Fenster hinüber und öffnete es, um „die Frische reinzulassen,“ wie sie mir immer sagte. Dies war der Lieblingsteil meines Morgens, weil ich die Geräusche von draußen hören konnte. Ich lief zum Fenster und sah auf, obwohl ich es nicht erreichen konnte, aber ich schloss einfach die Augen und lauschte all den wunderbaren Klängen, die ins Zimmer fluteten. Meine Mutter ging mein Frühstück holen, aber ich stand einfach da, mit geschlossenen Augen, und lauschte der scheinbar endlosen Welt außerhalb meines Fensters. Ein vertrautes Geräusch traf mein Ohr: „VÖGEL!“ rief ich glücklich und hörte ihrem sorglosen Gezwitscher zu, wieder ein Grinsen auf meinem Gesicht, und ich versuchte, weitere Geräusche zu hören und konzentrierte mich auf Dinge wie Autos, den Wind, Motorräder und Schritte. Ich wartete auf mein Lieblingsgeräusch… Menschen. Ich liebe es, Menschenstimmen zu hören, die vorübergehen und vor allem den Klang von Kindern, die auf der Straße spielen, auch wenn ich dadurch wissen wollte, wie es wäre, mit ihnen zu sein, die Sonne im Gesicht, den Wind im Haar und vielleicht, bloß vielleicht, könnte ich die Person sein, die jemand von seinem Fenster aus hört.

 

 

Ich hörte, wie die Türe sich wieder öffnete, und meine Mutter trat ein mit einer Schüssel in der Hand. Sie stellte sie auf den Schreibtisch in der Ecke des Zimmers und signalisierte mir, zu kommen und mich auf den kleinen, zerschlissenen Stuhl zu setzen, der neben ihm stand. Ich ahnte bereits, was sie für mich gekocht hatte, und als ich mich setzte und in die Schüssel schaute, sah ich mich bestätigt. ”Wieder Haferbrei?” Ich stöhnte, und sie lachte ein wenig und antwortete ruhig: „Willst du nicht groß und stark werden?“ „Natürlich,“ sagte ich mit Begeisterung und packte den Löffel mit der Hand und nahm meinen ersten Mundvoll. Ich behielt ihn im Mund und lächelte glücklich, als ich merkte, dass sie Honig hinzugefügt hatte, und schnell aß ich den Rest und drehte mich zu ihr um. Sie stand einfach da und lächelte mich an; ich lächelte zurück, und sie legte ihre Hand auf meinen Kopf und sagte schnell: „Zeit für den Unterricht.“ Jeden Tag unterrichtete mich meine Mutter im Lesen und im Schreiben, und sie brachte mir viel Interessantes bei. Sie brachte meinen Bleistift und mein Schreibheft und legte sie vor mir auf den Schreibtisch. Sie nahm den Bleistift und begann, einen Satz für mich zu schreiben, den ich kopieren musste. Wie sie das tat, bemerkte ich einen blauen Fleck auf ihrem Arm. Ich fragte sie danach, aber sie zog schnell ihren Ärmel darüber und sagte, sie sei gestürzt. Ich wusste, dass sie log, aber ich kopierte den Satz wie geheißen und erledigte meine Arbeit. „Bald hast du Geburtstag,“ sagte meine Mutter mit einem Lächeln, „was wünschst du dir denn?“ Ich war plötzlich ganz aufgeregt, konnte aber nur an eine Sache denken: „Vielleicht nach draußen gehen?“ Ich fragte vorsichtig; sie gab mir einen enttäuschten Blick, und ich sagte schnell, „Einen neuen Stuhl? Dieser hier ist alt und fällt auseinander.“ Ihr Ausdruck entspannte sich, und sie nickte bloß zustimmend und fuhr mir mit der Hand wieder durch die Haare um mein Ohr. Plötzlich hörte ich weitere Schritte vor der Tür. Ich drehte mich um und sah, dass mein Vater dort stand. Mein Vater war ein großer, breiter Mann mit kleinen, scharfen Augen und einem groben Gesicht. Er hatte immer den gleichen wütigen Ausdruck im Gesicht, und er kam nur selten in mein Zimmer. Als er eintrat, sah ich meine Mutter nervös werden, als ob sie Angst hätte. Mein Vater sprach kein einziges Wort, sondern sah zuerst mich an, dann meine Mutter und schnippte mit den Fingern, und ich wusste, das bedeutete, dass meine Mutter jetzt gehen musste. Meine Mutter senkte den Kopf, küsste meine Stirn und flüsterte, „Auf Wiedersehen, Schatz, ich sehe dich später,“ bevor sie das Fenster schloss und mich mit meinem Vater allein ließ.  Als mein Vater die Tür schloss, drehte er sich zu mir um und befahl: „Benimm dich!“ in einem scharfen Ton. Als Antwort nickte ich nur und neigte den Kopf, traurig, wieder allein gelassen zu werden.

 

 

Ich zuckte zusammen und wachte auf. Ein Albtraum hatte einmal mehr meine Nachtruhe heimgesucht. Es ging um meinen Vater. Er hatte meine Mutter einmal mehr von mir genommen, aber dieses Mal würde sie nicht zurückkommen. Ich verbrachte eine Weile zusammengerollt im Bett, und Tränen liefen mir übers Gesicht. Ich wagte nicht zu weinen aus Furcht, meinen Vater aufzuwecken. Schließlich stieg ich aus dem Bett und ging zu meinem besten Freund, dem Fenster, hinüber. Ich saß im Schneidersitz und spähte einmal mehr durch dieses Portal auf eine viel größere Welt als die meine. Der Mond war voll und stand hoch am Himmel und verbreitete Licht in der dunklen Welt. Der Himmel war nicht ganz schwarz, sondern eher dunkelblau, und dagegen hoben sich dunkle Wolken und Vögel ab, die durch die Luft glitten. Ich stand auf und ging zum Fenster und langte nach dem Griff, den Mutter benutzt, um es regelmäßig jeden Morgen zu öffnen. Ich konnte es nicht erreichen. Enttäuscht und verärgert, kroch ich in mein Bett zurück und zwang mich, meine Augen zu schließen, obwohl ich daran zweifelte, einschlafen zu können. Ich lag eine Weile lang da und fragte mich, ob ich jemals einschlafen und ob meine Mutter am Morgen kommen würde. Ich wollte sie unbedingt sehen. Ich drehte mich auf die Seite und presste ein Kissen an meine Brust. Ich mochte das nicht; ich wollte, dass meine Mutter länger bei mir bleiben würde, aber sie ging immer fort. Ich lag wach und dachte eine Weile lang darüber nach, bevor ich immer müder wurde und schließlich wieder einschlief.

 

 

Der nächste Morgen schien fast unmittelbar zu kommen. Das Zimmer begann, hell zu werden, und ich öffnete meine Augen ganz allmählich. Ich blieb eine Weile lang im Bett liegen, und plötzlich beunruhigte mich ein krachendes Geräusch von unterhalb des Bodens. Erschrocken hielt ich mein Ohr auf den Boden und versuchte zu hören. Es waren Mutter und Vater. Vater schrie, er musste verrückt sein. Er wird oft wütend, und deshalb hat Mutter blaue Flecken. Manchmal genügt es ihm nicht, ihr blaue Flecken zu geben, und dann versucht er, sie mir zu geben, aber jedes Mal, wenn er das versucht, stoppt ihn Mutter, auch wenn es bedeutet, dass sie selbst mehr abbekommt. Der Lärm ihres Streites und der Gedanke, dass Mutter verletzt wird, lassen mir die Tränen herunterfließen. Ich hebe mein Ohr vom Boden ab und setze mich auf, den Kopf gesenkt. Nachdem ich eine Weile lang dort gesessen hatte, hörte ich ein Geräusch über mir. Ich blickte auf und sah meinen Freund, mein Fenster zur Welt jenseits dieser einen, die ich nur zu gut kannte. Als ich durch das Fenster starrte, wurde mir klar, dass der Lärm Regen war. „Der Himmel scheint auch zu weinen,“ wimmerte ich mir vor mich hin und betrachtete die Umgebung, die ich auswendig kannte. Der Himmel war von dunklen, drohenden Wolken bedeckt, aus denen das Wasser eines ganzen Ozeans zu fließen schien. Die Regentropfen prallten wieder und wieder am Fenster ab und rannen auf den Boden, während ich durch sie hindurch starrte. Die Felder im Hintergrund waren kaum noch zu erkennen; das, was ich sehen konnte, sah nass und trostlos aus, als ob die Himmelstränen das Leben aus ihnen gewaschen hätten. Ich vergrub mein Gesicht in meinen Knien und weinte weiter bei meinem einzigen Freund. Dort wartete ich in der Mitte des Zimmers auf meine Mutter, die mit meinem Frühstück kommen und die „frische Luft“ hereinlassen würde, die sie für mich für so wichtig hielt. Es kam mir vor, als würde ich jahrelang warten; ich wollte ja bloß mit jemanden sprechen, auch wenn es schien, als wäre heute der erste Tag, an dem meine Mutter nicht zu mir kommen würde. Meine Tränen waren versiegt, aber der Himmel weinte noch immer, wie ein neugeborenes Kind. Gerade als ich die Hoffnung aufgegeben hatte, Mutter heute zu sehen, hörte ich ein Tasten an der Tür. Die Klinke bewegte sich, und die Tür öffnete sich langsam. Es war Mutter. Ich sprang auf und rannte auf sie zu, die Arme weit geöffnet und ein Grinsen auf meinem Gesicht. Sie fiel auf die Knie und streckte die Arme aus und packte mich, als ich in Reichweite kam. Aus dieser Nähe bemerkte ich es. Sie hatte Blut auf den Lippen. Sie murmelte Worte wie „die Menschen sind grausam, und böse Dinge ereignen sich, mein Schatz,“ vor sich hin, und ich antwortete einfach, „Ich weiß“ und hielt sie fest. Sie lächelte und küsste mich auf die Wange, bevor sie aufstand und zum Fenster ging. Das Wetter war immer noch schrecklich, aber dennoch drehte sie sich zu mir und sagte: „Du musst frische Luft haben,“ und öffnete das Fenster. Der Lärm des Regens wurde plötzlich viel lauter, und eine kalte Brise wehte durch den Raum. Ich konnte den Pfeifton des Windes draußen hören und ab und zu  ein Auto, das auf der nassen Straße fuhr. Mutter sah mich an und lächelte: „Ich habe eine Überraschung für das Geburtstagskind,“ sagte sie und lächelte noch immer. Ich runzelte die Stirn: „Ist es heute?“ fragte ich verwirrt. „Mhm“, antwortete sie und kam auf mich zu, „Ich komme bald wieder mit deinem Geschenk und deinem Frühstück.“ Sie küsste mich auf die Stirn und verließ das Zimmer. Ich wurde jetzt ganz aufgeregt und wunderte mich, ob sie meine Frage überhaupt verstanden hätte. Und würde sie heute mehr Zeit mit mir verbringen? Nach einer Weile hörte ich ein Geräusch auf der andern Seite der Türe. Wieder sprang ich voller Erwartung auf, die Augen auf die Tür fixiert. Ein paar Sekunden lang geschah nichts, aber dann flog die Türe auf und offenbarte nicht meine Mutter, sondern meinen Vater. Er wippte auf seinen Füßen, als wäre er im Halbschlaf, und ein muffiger Geruch erfüllte rasch den Raum. Seine Hände waren unsicher, aber in der linken hielt er eine braune Flasche und in der rechten einen dicken, schwarzen Gürtel. Er nahm einen unsicheren Schritt auf mich zu und murmelte unhörbare Geräusche. Meine Hände zitterten, ich hatte Angst, und ich wusste nicht, wo Mutter war. Er hob seine rechte Hand. Ich hob meine Hände, um mein Gesicht zu schützen und schloss die Augen und wartete auf den Schlag. Klatsch! Ich fühlte, wie der Gürtel auf meine Seite niederprasselte. Ich blieb stehen und fühlte, wie der Gürtel immer und immer wieder auf mich niederprasselte, bevor ich schließlich die Stimme meiner Mutter hörte, die ihn anschrie, er solle aufhören. Mein Vater begann, sich umzudrehen und auf sie zuzugehen, aber als er sie fast erreicht hatte, fiel er bewusstlos auf sein Gesicht.

 

 

Ich schützte immer noch mein Gesicht, als Mutter zu mir kam mit der gleichen Schüssel Brei und einem Löffel. Ich konnte in den Flur sehen, den ich nie zuvor gesehen hatte, und es war ein langer Raum mit cremefarbenen Wänden und ein paar Türen entlang der Wände.
Als Mutter bemerkte, dass ich mich umsah, schloss sie sofort die Türe. Dann sagte sie hastig: „Warte hier,“ und verließ das Zimmer. Ich begann, den Haferbrei zu essen, war aber überrascht, nichts Besonderes daran zu finden. „Es ist mein Geburtstag, und ich glaubte, sie hätte eine Überraschung für mich,“ dachte ich im Stillen. Dieser Gedanke wurde unterbrochen, als sie ins Zimmer zurücktrat, einen soliden Holzstuhl in den Armen. Er war viel größer als der Stuhl, den ich hatte, solange ich mich erinnern kann. Sie setzte ihn neben den alten Stuhl und winkte mich heran, mich zu setzen. Ich tat wie geheißen, aber im Sitzen hielt ich meine Seite vor Schmerz. Mutter hob mich auf und zog mein Hemd hoch. Auf meiner ganzen Seite hatte es rote Flecken, die sich anfühlten, als würden sie pulsieren. Ich sah, wie Mutter zu weinen begann, aber sie nahm sich zusammen, und ich konnte mich des Eindrucks nicht erwehren, dass sie es mir zuliebe tat. Ich war verwirrt. Mutter wusste, dass Vater so war, aber sie blieb. Sie wusste, dass er sie verletzen würde, aber sie liess es zu. Ich wandte mich zu ihr mit dieser Frage. Sie wischte sich die Tränen aus den Augen und strich mit den Händen durch meine Haare, wie sie es tat, wenn sie mit mir sprach. „Ich bleibe, um dich zu beschützen und dich von der Gefahr wegzuhalten, mein Schatz,“ sagte sie und streichelte mein Haar noch immer. Ich erstarrte. Der Grund, weshalb sie blieb, war, mich beschützen zu können? Ich war der Grund, weshalb Vater sie verletzen konnte. Ich fing an zu weinen und vergrub mein Gesicht in Mutters Schulter. Sie legte einen Arm um mich und rieb mein Kreuz. Ich erhaschte einen Blick aus dem Fenster. Das Wetter, die sich zu erhellen begonnen hatte, verschlechterte sich wieder. Die Regen prasselte vom Himmel wie kleine aus den Wolken geschossene Kugeln. Die Außenwelt sah tot aus, leer und ohne Leben, als ob das Wasser alles einfach weggewaschen hätte.

 

 

Mutter und ich zuckten zusammen, als wir ein Taumeln auf der andern Seite der Türe hörten. Vater musste aufgewacht sein. Mutter befahl mir zu warten, und sie stolperte schnell zum Fenster, um es zu schließen, und sie verließ eilig das Zimmer, weil sie nicht wollte, dass mein Vater wieder hereinkommen würde. Allein mit meinen Gedanken, hatte ich eine Idee. Mein einziger Wunsch war, draußen zu sein und das einzige, was meine Mutter hier hielt, war ich. Wieder hörte ich Vater schreien und Mutter zurückschreien, aber mir ging nur eins durch den Kopf. Raus! Ich wollte sehen, was außerhalb dieser Wände lag, aber noch wichtiger war es, Mutter zu helfen. Wenn ich fortginge, dann hätte Mutter keinen Grund mehr zu bleiben. Mein Körper fing an, sich ganz von allein zu bewegen und lief zum Fenster und langte nach dem Griff, meinem einzigen Weg nach draußen. Ich konnte ihn nicht erreichen und fühlte mich entmutigt, aber dann sah ich den Stuhl. Ich packte ihn und zog ihn hinüber unter das Fenster, und ich kletterte auf ihn. Ich langte nochmal und streckte mich so weit wie möglich, und dann hielt ich endlich den Griff in der Hand. Ich war noch nie so nah an einem Fenster gewesen, und ich konnte mich im Glas sehen. Ich hatte noch nie mein Spiegelbild gesehen und war überrascht von dem, was ich sah . Meine Augen waren hellblau wie die meiner Mutter, aber mein Haar ist schwarz wie das meines Vaters; der Gedanke, ähnlich wie er auszusehen, stieß mich genügend ab, um mein Spiegelbild zu ignorieren.  Wie ich den Griff drehte, bemerkte ich etwas: Es hatte zu regen aufgehört, und Speere von Sonnenlicht durchbohrten die Wolken. Ein Erstaunen befiel mich, als ich etwas sah, was ich bis jetzt nur einmal gesehen hatte. Einen Regenbogen. Er war so schön, dass ich ihn nur mit etwas Einzigem vergleichen konnte, meiner Mutter. Es war, als wäre es sie, die mich anlächelte, während ich die leuchtenden Farben am Himmel betrachtete. Ich lächelte zurück, so wie ich nur meine Mutter anlächele und öffnete das Fenster mit Gewalt, und eine kühle Brise schlug mir ins Gesicht. Ich zog mich hoch und sah mehr, als ich jemals zuvor gesehen hatte. Die Welt scheint gar nicht so gefährlich zu sein, sie kommt mir eher schön vor, und ich sehe die Hügel, die ich mein ganzes Leben lang bewundert habe und die Straßen, auf denen ich die Autos vorbeifahren hörte, und ich sehe die Welt, die ich erkunden will. Täte ich dies, so könnte auch meine Mutter weggehen, und das war das einzige, das mir das nötige Vertrauen gab, mich durch das Portal zu zwängen, das ich immer nur angeschaut hatte; und nun begebe ich mich da hinein, in die Welt jenseits dieser Wände. Als der erste Sonnenstrahl auf mein Gesicht trifft, weiß ich, was ich getan habe, ich bin draußen.

Hallo aus dem Firhouse Community College in Irland

Unsere Schule, Firhouse Community College, liegt am Fuße der Dublin Mountains. Sie beheimatet 750 Schüler, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören und vielfältiger ethnischer Herkunft sind. Unsere Uniform besteht aus einem grünen Pullover mit V-Ausschnitt, einem grauen Hemd, einer grauen Uniformhose oder einem grauen knielangen Rock, einer Schulkrawatte, einer schwarzen Uniformjacke mit Schulwappen und einfachen schwarzen Schuhen. Im sechsten Schuljahr ersetzen wir das graue Hemd mit einem weißen und den grünen Pullover mit einem schwarzen.

Die Schule bietet zahlreiche außerschulische Aktivitäten in verschiedenen Bereichen an. Bei den Sportarten können wir zwischen Fußball, Rugby, gälischem Fußball, Hurling, Camogie (auschließlich irische Mannschaftsspiele), Basketball, Tischtennis und Leichtathletik wählen. Pädagogische Aktivitäten während des ganzen Schuljahres schließen ein Team ein, das auf Französisch debattiert, einen Chor, europäische Studien und immer wieder ein Quiz.

Wir haben ein Komitee für Grüne Schulen, das sich aus Schülern aller Jahrgänge zusammensetzt. Dieses Komitee zielt darauf ab, umweltfreundliches Verhalten zu fördern und zu unterstützen, beispielsweise das Recycling und das Energie- und Wassersparen. Die Schule arbeitet intensiv daran, eine grüne Flagge zu erwerben, eine Auszeichnung für Schulen, die sich mit Umweltthemen beschäftigen.

Wir begannen unser Weather Stations-Projekt mit einer Schreibwerkstatt mit Oisín McGann. Wir haben gelernt, wie man Geschichten strukturiert. Wir hatten interessante Diskussionen darüber, wie man eine Handlung schafft und Figuren entwickelt.

Im Übergangsjahr arbeiten wir innerhalb unseres breiten Themenspektrums an vielen verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit dem Weather Stations-Projekt. Im Fach Geographie arbeitete jeder Schüler an einem Projekt über extreme Klimaänderungen. Im Fach Kunst haben die Schüler Figuren gezeichnet, die ein bestimmtes Wetter symbolisieren, und sie haben auch Comics gezeichnet. Im Englischunterricht schrieben wir Essays und Gedichte über das Wetter, und wir schauen uns jetzt einen Film mit dem Titel „5 degrees below“ an. Wir sehen uns auch Filme an über Naturkatastrophen, die der Klimawandel verursacht hat, zum Beispiel „Twister“ und „The Day After Tomorrow“.  Unsere Musikklasse hat Wettergeräusche aufgezeichnet und wird sie in Tonspuren mischen. Wir besuchten auch die Ausstellung zu ungewöhnlichem Wetter im Trinity College Dublin. Die Studenten des Trinity College kreierten für die Ausstellung viele verschiedene Wetterinstrumente, welche die Auswirkungen der vielen Klimatypen zeigten. Im Civic Theatre besuchten wir einen interessanten Vortrag über das Wetter. Unsere Schule wurde vor kurzem für den Credit-Union-Preis nominiert.

Im Fach Kunst sind die Schüler gerade dabei, für das Weather Stations-Projekt in der Schulbibliothek eine Wetteranzeige für Schnee mit Bäumen und Kunstschnee zu kreieren. Wir werden alle unsere bisherigen Arbeiten vor Weihnachten ausstellen. Dies wird unser Raum werden, speziell für unser Projekt, damit wir Ideen hinzuzufügen und es als Inspirationsquelle verwenden können.

Wir freuen uns darauf, von den anderen Schulen zu hören, die am Projekt teilnehmen.

Die Schüler des Übergangsjahres am Firhouse Community College.

Hallo Freunde!

Wir sind Schüler an Choláiste de hÍde, einer irischsprachigen Schule in Tallaght. Alle Fächer werden auf Irisch unterrichtet, eine der offiziellen Sprachen Irlands.

Alle Fächer werden auf Irisch unterrichtet, einer der zwei Amtssprachen Irlands. Wir möchten uns eurer Schulgemeinde vorstellen. Wir haben an diesem Projekt teilgenommen, das untersucht, wie die Einstellung der Leute zum Klimawandel geändert werden kann.

Zuerst einige Angaben zu unserer Schule: Tallaght liegt in West-Dublin, und unsere Schule befindet sich im lokalen Park, dem Tymon Park.

Schaut euch unsere Schule auf Google Maps an und auf www.colaistedehide.ie. Sie ist nach Douglas Hyde/Dubhghlas de hÍde, dem ersten Präsidenten der Republik Irland, benannt. Sie verfügt über hervorragende Einrichtungen und 323 Schüler. Unsere Schuluniform ist grün und rot.

Wir sind eine Gruppe von 15-16 Jährigen des Übergangsjahres (Transition Year), einem Schuljahr zwischen dem mittleren Staatsexamen (Teastas Sóisearach/Junior Certificate) und dem abschließenden Staatsexamen (Ardteist/Leaving Cert). Das Übergangsjahr ermöglicht es uns, neue Dinge auszuprobieren, häufig Ausflüge zu machen und uns neue Ideen außerhalb des Klassenzimmers anzuhören.

Als Teil des Weather Stations-Projektes hatten wir Workshops mit dem in Irland ansässigen Schriftsteller Oisín McGann und dem australischen Schriftsteller Tony Birch. Wir haben die Ausstellung zu ungewöhnlichem Wetter in der Science Gallery im Trinity College in Dublin besucht. Einige von uns verfassten einen Wetterbericht auf Deutsch, der auf YouTube hochgeladen wurde. Wir verfassten auch kurze Stücke über unser kleines bisschen irischen Himmel, die wir im kommunalen Kunstzentrum aufgezeichneten und die auf dem ABC-Radiosender in Australien gehört worden sein könnten! Dank unserer Teilnahme am Projekt wurden wir für den „Jugend des Jahres“-Preis der Credit Union nominiert. Im Unterricht haben wir über den Hurrikan Katrina geforscht, Wetterberichte auf Deutsch verfasst sowie praktische Tipps, wie man Energie sparen kann; im Fach Kunst haben wir Masken aus wiederverwerteten Materialien gebastelt und im naturwissenschaftlichen Unterricht mehr über Wetterkunde gelernt.

Wir hoffen, dass es euch gut geht und dass wir schon bald von euch hören! Bye now!

Mit freundlichen Grüßen,

die Schüler des Übergangsjahres an Choláiste de hÍde

 

Hallo aus dem Mount Seskin Community College, Irland

Substations radio

When our school invited towards the end of last school year, to be a substation of the Weather Station project, there was with us only a vague understanding that the project has to do with climate change and authors from around the world. At that time, at least for us not to predict how we would participate as a school community in the project. Our school year opened with a presentation for the teachers to the concept of climate change. This triggered a flood of creative work, the students ran out of our whole school together with the authors Oisin McGann and Tony Birch. Our students have recorded their memories as podcasts Weather in Rua Red. These Podcasts have become part of an art installation in Melbourne, while the work of Jordan O’Toole, a student of the first high school class, was selected to be transmitted in the Australian radio. Other students have visited the Civic Theatre to attend a Cli-Fi debate (Climate Fiction; cli-fi) participate. Still others have visited the Science Gallery at Trinity College. Under the dynamic and creative direction by a core team of teachers at school students are given the opportunity to respond to the diverse problems and challenges posed by the Weather Station project. Creative written texts, tweets Mother Earth, posters and a sculpture by students of the first high school class are just a few examples of how our students have reacted to the project.

An important aspect of the project is that both teachers and students can respond in a variety of forms. Some activities involve the whole school: for example, the specially developed curricula for all students that will be implemented at a particular time or discontinuation of all classes when we enjoy the work of individual students who read them over the intercom at school. Other activities are supervised by qualified instructors who work with their own class, and this allows for individual and creative answers. The quality of the work is made possible by the tremendous efforts of a core team of teachers as well as the continuous support and encouragement from the Tallaght Community Arts and Collective Action.

Our commitment to the project has proven to be highly stimulating and enjoyable. The reaction of the students and teachers has been very positive, and the success of our activities generates energy for further engagement. We did not really know where we were on the road, as we were on our Weather Stations trip, but so far it has been great, and we look forward to react in the months ahead to the challenges of climate change.

Ms Helen Taylor , Principal, Mount Seskin Community College, Tallaght, Dublin. Ireland

 

Zeiger auf der Uhr meines Lebens

Mit Yeats und Heaney in Tallaght, Islington und Reinickendorf

Mount Seskin, StudentsEs waren mehr als warmherzige Begegnungen. Innerhalb von drei Wochen sprach ich im Februar und März an drei Schulen mit Jugendlichen über zwei Gedichte, die in meinen Augen Bedeutsames über das Verhältnis des Einzelnen zum jeweiligen Klima, in dem sie oder er lebt, und so auch zu den Folgen des Klimawandels zu sagen haben. Es sind die Gedichte „The Meditation of the Old Fisherman“ von William Butler Yeats, das 1889 im Band „Crossways“ erschien, sowie das hundert Jahre später entstandene „A Postcard from Iceland“ von Seamus Heaney. Yeats erhielt den Literaturnobelpreis 1923, Heaney 1995. Rund fünfzig Schülerinnen und Schüler erzählten mir, welche Gedanken und Empfindungen die Gedichte der beiden Iren in ihnen auslösen, und ich hörte ihnen zu und war nicht selten bewegt und verblüfft. Die Schulen, an denen ich die Gedichte vorstellte, sind das Mount Seskin Community College in Tallaght bei Dublin, die Islington Arts and Media School in London und das Romain Rolland-Gymnasium in Berlin.

The Meditation of the Old Fisherman

You waves, though you dance by my feet like children at play,
Though you glow and you glance, though you purr and you dart;
In the Junes that were warmer than these are, the waves were more gay,
When I was a boy with never a crack in my heart.

The herring are not in the tides as they were of old;
My sorrow! for many a creak gave the creel in the cart
That carried the take to Sligo town to be sold,
When I was a boy with never a crack in my heart.

And ah, you proud maiden, you are not so fair when his oar
Is heard on the water, as they were, the proud and apart,
Who paced in the eve by the nets on the pebbly shore,
When I was a boy with never a crack in my heart.

Mount Seskin Jeweils drei Schüler in Tallaght, Islngton und Reinickendorf lasen die Strophen von Yeats laut in der Runde vor. Besonders angetan waren alle Klassen von dem wiederkehrenden Abschlussvers, der einigen wie an den Strand brandende Wogen erschien. Andere waren bezaubert vom Auf-und-Ab, dem „Dünen“ oder „Pulsieren“ des Versfußes, wieder andere erstaunt, wie der alte Fischer am Ende seines Lebens über die Welt und die vielfältigen Dinge denkt: dass alles sich ändert im Lauf der Zeit, Sehnsucht und Liebe aber stets unverändert bleiben. Lange sprachen wir über Verbindungen des menschlichen Gemütes zum Wetter und Klima. Was überhaupt ist Klima, was Wetter, wo liegen die Unterschiede, wie wären sie zu benennen? Besonders Jungen fragten, was gemeint sein könne mit dem „crack in my heart“ – ob es Yeats wirklich, wie es den Anschein hat, allein um Liebe und deren Vergänglichkeit geht. Ich erinnere mich an einen stumm dabeisitzenden Schüler in dem Kunstraum des Mount Seskin Colleges, der den Kopf schüttelte und das Gedicht doch wieder und wieder las, still und für sich. Erst am Ende des Unterrichts nahm er seinen Mut zusammen und erzählte von den Überschwemmungen des Jahres 2014, durch die nach schweren Unwettern und wochenlangen Niederschlägen zahlreiche Vororte von Dublin verheert wurden. „Plötzlich kam da ein Fluss, wo vorher gar keiner war, die Hügel runter und riss die Häuser weg, auch das meiner Großeltern.“
Von einem ähnlich sonderbaren, wenn auch ganz anderen Fluss spricht Seamus Heaney zum Auftakt seines 1987 erschienenen Gedichtbandes „The Haw Lantern“ („Die Hagebuttenlaterne“), dessen Motto lautet: RoRo

The riverbed, dried-up, half-full of leaves.
Us, listening to a river in the trees.

Heaneys Gedicht „A Postcard from Iceland“ begeisterte die Schüler in Tallaght, London und Berlin gleichermaßen. Auf der Stelle wurden Vergleiche zu Yeats’ Strophen gezogen, und vielen fiel sofort auf, dass auch hier lebendige Stimmen von einer verlorengegangenen Verbindung sprechen, wenngleich in anderem, ironischerem Ton:

As I dipped to test the stream some yards away
From a hot spring, I could hear nothing
But the whole mud-slick muttering and boiling.

And then my guide behind me saying,
”Lukewarm. And I think you’d want to know
That luk was an old Icelandic word for hand.“

And you would want to know (but you know already)
How usual that waft and pressure felt
When the inner palm of water found my palm.

IAMS Am längsten diskutiert wurde meine Frage, ob man das von Heaney poetisch dargestellte Empfinden einer unmittelbaren Verbindung zur Erde wohl auch dann habe, wenn die Hand in künstlich erwärmtes Wasser getaucht würde. Unabhängig voneinander verneinten das alle. Seamus Heaneys Gedicht, da waren wir uns einig, erzählt von zwei Gesprächen, einer kurzen Unterhaltung eines Reiseleiters mit einem Islandreisenden, genauso aber von dem Gespräch, das die Natur, die Erde oder die Schöpfung mit jedem führt, der offen und empfindsam dafür ist. „Letztendlich kennen wir diese Sprache des lauwarmen Wassers alle“, sagte ein Schüler in Islington und ebenso eine Schülerin in Berlin. „Schließlich erinnert sich jeder daran, wie es im Mutterleib war – nur kann man das nicht mitteilen.“ Das Klima, in dem ein jeder von uns lebt, gibt uns vielleicht ein ähnliches Gefühl von unbewusster Geborgenheit: „(but you know already)“.
IAMS, Entry Welche Sprache vermag das zu verdeutlichen, und welche die Gefahren, die der Klimawandel in sich birgt? An den Schulen am Rand von drei europäischen Hauptstädten war von Ratlosigkeit nichts zu spüren, dagegen aber viel junger Elan und Neugier, lebendiges Interesse für fremde Standpunkte und eine große Empathie, vor allem aber die Bereitschaft, endlich etwas zu ändern, und zwar nach eigenen, nicht althergebrachten Vorstellungen. Eine fünfzehnjährige Schülerin an der IAMS, der Arts and Media School im Londoner Vorort Islington-Finsbury, fand aus dem Stegreif ein fantastisches Bild für die Überwindung der sich gegenseitig desavouierenden Klimawandeldebatten von Wissenschaft und Literatur: „Die Sprache der Gedichte ist der Minutenzeiger, die der Wissenschaft der Stundenzeiger auf der Uhr meines Lebens.“

William Butler Yeats

Die Gedanken des alten Fischers

Ihr Wellen, ob ihr hertanzt vor mir wie tobende Kinder,
Ob ihr glitzert und glänzt, schnurrend Luft holt oder Schwung –
Der Juni war früher viel wärmer, und die Wellen geschwinder,
Als ich ein Junge war und in meinem Herzen kein Sprung.

Die Heringe sind lang nicht so viele, wie sie’s mal waren;
Mein Kummer! Denn der Korb knarrte bei jeder Lieferung,
So oft hat der Karren den Fang nach Sligo gefahren,
Als ich ein Junge war und in meinem Herzen kein Sprung.

Und ah! stolzes Mädchen, du bist nicht so hübsch, wenn an Land
Sein Ruder man hört, hübsch wie sie, die ungebunden und jung
Abends bei den Netzen vorbeigingen zum steinigen Strand,
Als ich ein Junge war und in meinem Herzen kein Sprung.

(Aus dem Englischen von Mirko Bonné)

Seamus Heaney

Eine Postkarte aus Island

Als ich kurz ins Wasser griff, nur ein paar Meter
Von einer heißen Quelle, konnte ich gar nichts hören
Außer dem ganzen schlammigen Geblubber.

Und dann den Führer hinter mir, der sagte:
„Lauwarm. Und es wird sie interessieren,
Daß lau auf altisländisch ,Hand’ bedeutete.“

Und dich wird interessieren (doch du weißt es schon),
Wie alltäglich dieser gehauchte Druck sich anfühlte,
Als die innere Hand des Wassers meine fand.

(Aus dem Englischen von Giovanni Bandini und Ditte König)

*

Fotos: Schüler des Mount Seskin Community College (1), Oisin McGann vor der Mount Seskin-„Substation“ (2), das Romain Rolland-Gymnasium (3), Schüler der IAMS (4), der Eingang zur IAMS in Islington. Nicht weit entfernt, in Finsbury, ging John Keats zur Schule. Am Eingang die vier Leitbegriffe: „Confidence Aspiration Reflection Respect“ (5)

Entschuldigung: hier steht noch nichts

Irische Posts werden über den gesamten Projektzeitraum ins Deutsche übersetzt, doch im Moment gibt es hier noch keine deutschen Texte. Gehen Sie zurück zu unserer Homepage, um die neuesten deutschen Texte zu lesen oder wählen Sie im Menü auf der linken Seite Posts von anderen Schriftstellern aus.