Wetterbeobachtungen vom 1. April 2015

SINGAPUR, SINGAPUR

Als wir aufwachten, erblickten wir blauen Himmel.

Wir gingen hinaus und genossen die Hitze auf unserer Haut.

Wir waren dankbar für die einzelnen weißen Wolken, die ihre Schatten warfen. Je später es wurde, desto dunkler wurde es auch. Nach wenigen Stunden war das helle Blau durch ein dunkles Grau ersetzt. Wir spürten wie es immer drückender wurde und nasser. Ein heftiger Regen, der jedoch von kurzer Dauer war, versuchte die Umgebung abzukühlen – vergeblich. Am Horizont sah man helle Blitze, die ihre Lichter um sich warfen, gefolgt von lautem Donner. Dieses windige Gewitter brachte ein bisschen Geschwindigkeit in die ruhige Umgebung, war jedoch nach einer halben Stunde weitergezogen. Abends wehten nur noch warme angenehme Brisen durch die Palmen und entfernten die letzten Tropfen von den Blättern.

 

(Kim Burkart)

 

DAHAB, ÄGYPTEN

Ein Tag am Riff des Blue Hole – aus der Perspektive eines Fisches

Am Morgen wurde ich von einer Plastiktüte geweckt, die den Eingang zu meiner Spalte verdeckte. Ich verbringe eigentlich jede Nacht in diesem kleinen Zwischenraum im Riff. Vor einigen Wochen noch, da wohnte ich in einem größeren Spalt etwas weiter nördlich, doch der wurde leider von Tauchern zerstört. Viele Häuser von meinen Freunden wurden ebenfalls von Luftflaschen und Flossen zerstört. Die Anzahl an freien, bewohnbaren Spalten fängt langsam an abzunehmen…

Doch zurück zur Plastiktüte. Plastiktüten am Morgen bedeuten eines von zwei Dingen: eine starke Strömung, die das Plastik von anderen Teilen des Roten Meeres zu unserem Riff trägt oder ein kräftiger Wind an der Wasseroberfläche, der den Müll aus den Straßen Dahabs ins Meer weht. Dahab ist nicht gerade die sauberste Stadt. Es ist nicht ganz so schlimm, wie an einigen anderen Orten von denen ich gehört habe, jedoch ist die Präsenz von Müll allgegenwärtig. Wind spielt eine wichtige Rolle in den Leben der Menschen hier. Wenn es windig ist, dann können die Fischer nicht aufs Meer fahren, weil die Wellen zu hoch für ihre kleinen Boote sind, Taucher können nicht jeden Tauchplatz anfahren, weil der Einstieg bei hohem Wellengang oft zu schwierig ist und die Händler auf den Straßen müssen ihrer Ware hinterherlaufen. Nur die Kitesurfer auf ihren Boards freuen sich über den Wind. Hier an diesem Riff trifft man allerdings nicht so viele Surfer an. Die bleiben normalerweise näher an ihren Hotels. Das Blue Hole – mein Zuhause – ist ungefähr dreißig Minuten von Dahab entfernt und wird auf der einen Seite vom Sinaigebirge und auf der anderen vom Meer eingefasst. Trotzdem es der gefährlichste Tauchplatz der Welt ist und hier mehrere Personen jedes Jahr sterben, gibt es sehr viel Tauch- und Schnorchelaktivität. Die Taucher stören mich nicht wirklich, solange sie sich vom Riff fernhalten und nichts außer Luftblasen zurücklassen.

Wie schon bereits erwähnt, hat der Tag sehr windig begonnen. Man kann die Brandung unter Wasser spüren und viele von meinen planktonessenden Freunden lieben dieses Wetter. Der Wellengang und die Strömung tragen Nährstoffe näher ans Riff und sie haben wieder neue Nahrung. Ich selbst esse Korallen, aber da diese sich ja auch von Plankton ernähren, freue ich mich ab und zu über ein bisschen Wind. Der Wind bedeutet allerdings auch mehr Taucher am Blue Hole. Der Einstieg zum Riff ist geschützt vom Meer und nicht dem Wetter ausgesetzt, was es zu einem der einzigen bei diesen Windbedingungen zugänglichen Tauchplätze in der Gegend macht. Meistens halten die Taucher Abstand und schwimmen nur an uns vorüber. Manche von ihnen schrammen jedoch an die Korallen und zerstören diese so. Taucher mit mehreren Flaschen sind die schlimmsten, da sie mit den Flaschen am Bauch das Riff zerstören. Drei Freunde haben auf diese Weise schon ihr Haus verloren.

Um die Mittagszeit herum, entschied sich die Sonne herauszukommen und der Wind legte sich ein wenig. Die Auswirkungen der windigen Nacht konnte man trotzdem noch sehen: Plastiktüten, leere Dosen und Teppiche trieben durch das Wasser. Die Sonne beschien das Plastik, was über unserem Riff schwebte und versuchte Schönheit in diesen traurigen Anblick zu bringen. Obwohl das reflektierende Licht dem Müll etwas fast Magisches verlieh, weiß ich, dass Plastik in Wirklichkeit nichts Magisches an sich hat. Wahrscheinlich wird es in den nächsten paar Wochen einen meiner Freunde umbringen.

Nach einem kurzen Sonnenintervall, begann der Wind wieder über das Meer zu fegen. Es war ungefähr 15 Uhr, Zeit für die Reef Checker. Die Reef Checker sind eine Gruppe von Tauchern, die jedes Jahr an unser Riff zurückkehren und sich Notizen über seine Gesundheit machen. Sie legen eine Schnur über das Riff und nehmen alles in einem bestimmten Abstand zu dieser Schnur auf: die Anzahl und Spezies der Fische, den Untergrund, die Invertebraten, die Anzahl an zerstörten Korallen usw. Angeblich helfen die Daten, die sie hier sammeln, den Menschen die Riffe der Welt besser zu verstehen. Sie wollen die Entwicklungen über die Jahre kennenlernen und Gründe für Probleme finden. Ich bin nicht der Meinung man müsse lange nach der Antwort suchen. Das Grundübel all unserer Probleme sind die Menschen. Wir kommen mit Stürmen, Sintfluten und Dornenkronenausbrüchen klar. Wovon wir uns nicht wieder erholen können sind Taucher, die mit ihren Flossen den Sand aufwirbeln, der sich dann auf die Korallen legt und diese erstickt und das Plastik, was Jahre braucht um sich zu zersetzen. Selbst dann verschwindet das Plastik nicht einfach auf magische Weise. Es ist immer noch vorhanden. Man kann es nur nicht mehr mit dem bloßen Auge sehen. Meine Freundin die Schildkröte hat mir mal vom Großen Pazifikmüllfleck erzählt. Eine riesige Fläche voller Müll der Menschen. Viele ihrer Brüder und Schwester haben ihr Leben gelassen, als sie versucht haben dem Plastikdschungel zu entkommen.

Trotz allem schätze ich die Bemühungen der Reef Checker. Sie lassen uns wissen, dass wenigstens ein paar Menschen unsere Situation erkannt haben und uns helfen wollen. Heute werden sie mit dem Anblick eines jungen Walhais belohnt. Er ist in die Gegend gekommen, um sich am Plankton satt zu fressen, dass der Wind aufgewühlt hat. Ich sehe die Aufregung und Freude der Taucher und lächle in mich hinein. Wenn sie nur wüssten, was für seltene Tiere sich noch in diesem Riff verstecken.

Der Rest des Tages vergeht ereignislos und ich werde nicht weiter von Tauchern oder Schnorchlern gestört. Einzig die Marmormuräne ein paar Korallen weiter, die mich schon seit Längerem beäugelt, bereitet mir Sorgen. Ich kehre zurück in meine Spalte und weiß, dass es – trotz des Plastiks – ein guter Tag am Riff war.

(Silke Müller)

 

 

 

Sonne und Wasser

Ein Renga aus 16 Tankas,
verfasst von Schülerinnen und Schülern
der Weather Substation am Romain-Rolland-Gymnasium
Berlin-Reinickendorf, 2. Juli 2015

Die Sonne steigt auf.
Sie erstrahlt das ganze Tal.
Der Fluss fließt hinab.
Ich lass mich mitreißen
von des Wassers Melodie.

Die Morgensonne
scheint auf ein grünes Laubblatt
das im Wasser treibt.
Auf ihm sitzt eine kleine Ameise
die alleine flussabwärts reist.

Die Tage sind grau.
Sie werden immer heller.
Die Sonne blendet.
Die Wellen, sie brechen sich.
Sie brechen am weißen Strand.

Die Sonne, sie strahlt,
glitzernd am Meeresspiegel
wie ein Sternenhimmel
scheinen die Sonnenstrahlen
und erhellen jedermann.

Licht scheint auf das Meer.
Viele Blautöne entstehen.
Die Wellen rauschen.
Hitze breitet sich schnell aus
und Tage werden länger.

Der Geruch von See,
schwach aber dennoch präsent,
getragen vom Wind
und geschmückt von Gesängen
der tierischen Bewohner.

Leise plätschern
die Wellen des Meeres ans
Küstenrelief.
Die Meeresoberfläche glitzert
von der Sonne verzaubert.

Hitze, was nun tun?
Der Mund ist total trocken.
Ein Tropfen Wasser.
Wüstensand und viel Hitze,
doch kein rettendes Wasser.

Leise und doch laut
rauschen die Wellen ans Kliff.
Getöse, dennoch
spürt man, wie friedlich es ist.
Sonne, Sommer an dem Meer.

Glitzernde Schönheit
im Glanz der späten Sonne.
Soweit das Auge reicht.
Der Ozean liegt ruhig.
Doch er kann auch ganz anders.

Aufbrausender Wind
fegt durch ruhige Räume,
ordnet die Welt neu.
Und wie finde ich mich dort?
Verändert, mit neuem Mut!

Spiegelnd im Wasser
glitzert und funkelt es nun.
Ich werde nasser.
Die Hitze erdrückend warm.
Anfang der Nacht auf der See.

Draußen im Garten,
Blätter welken im Brunnen.
Ich seh‘ die Sonne
in der Ferne untergeh’n.
Die Nacht vollendet den Tag.

Sie springt ins Kalte
die Augen geschlossen, zu.
Ihre Haare funkeln.
Es ist bald dunkel im Nu,
denn die Sonne geht unter.

Die Sonne geht auf
und der See ist ein Spiegel
für sie, die Sonne.
Der See sieht die Sonne blau
und gelb die Sonne den See.

Sonne als Motor.
Sie ist das Herz dieser Welt.
Das Wasser als Blut,
das sie am Leben erhält.
Ohne die beiden ist nichts.

Die Halbinsel Hel ist ein Ort

IMG_7975-2Die Halbinsel Hel ist ein Ort, wo Fischfang und Fremdenverkehr eine Überlebenschance bieten, weil es Geld bringt. Wir kommen immer mehr zu der Überzeugung, dass Touristik genauso eine furchtbare Industrie ist wie der Fischfang. Im Hafen stinkt es immer und es gibt viel Abfall. Wir haben uns daran gewöhnt, aber in uns beginnt die Hoffnung auf einen anderen Alltag zu reifen. Wir wollen, dass es anders wird, obwohl wir immer noch Einwohner eines Fremdenverkehrsorts sind. Hel ist immer noch unsere Heimat.
Soll das heißen, dass wir den Lärm, die zertrampelte Vegetation am Strand, die laute Musik und die unkultivierten Touristen in Kauf nehmen müssen? Sind das alles die notwendigen Folgen des Geldverdienens? Wir, die Einwohner von Hel, sind es, die im Frühjahr und im Herbst die Strände aufräumen, weil wir uns dort das ganze Jahr erholen möchten. Wir sind es, die im Sommer nicht zum Schlafen kommen, weil uns das verdiente Geld für das ganze Jahr reichen muss. Wir sind es, die im Sommer nur den Geruch des Bratfischs wahrnehmen, der sich sogar gegen den Gestank im Hafen durchsetzt. Unter dem finanziellen Druck lassen wir uns auf all das ein, aber was ist mit den Tieren? Was haben die Tiere in den Wäldern der Halbinsel davon? Ich glaube nicht, dass sie davon träumen, in einem Wald zu leben, der mit Flaschen, Plastik und Papier vollgemüllt ist. Obwohl das alles immer noch besser ist als die Waldbrände, die auch immer wieder vorkommen, wenn fröhliche Touristen ein Lagerfeuer anstecken und die Kontrolle darüber verlieren. Eine Attraktion von Hel ist ein Baum, auf den leere Flaschen gesteckt werden. Für uns ist das ein Denkmal der Verzweiflung …
Jedes Jahr entrümpeln wir die Militärbunker – mehrere Dutzend Müllsäcke. Einer der wilderen Strände – weitere Dutzende Müllsäcke und ein paar Autoreifen. Verbringen die Fremden, die im Sommer zu uns kommen, ihr Leben in den Städten genauso? Wir vermuten, nicht!
Manche werden sagen, dass das eben die Zusatzkosten sind, die man tragen muss, wenn man in einem IMG_7881-2Fremdenverkehrsort lebt. Aber das sind Kosten, die wir nicht verstehen und akzeptieren. Die Leute kommen doch zu uns, weil sie die Nähe zur Natur suchen. Warum wissen sie deren Reize nicht zu würdigen? Warum zerstören sie den Wald, das Heim der Tiere, die nicht einfach ihre Sachen packen und in die schön aufgeräumten Städte umziehen können? Wir dachten, der größte Horror sind die Fischernetze, in denen viele Robben, Schweinswale und Vögel verenden, die sich zusammen mit den Fischen in ihnen verhaken, aber seit einiger Zeit fragen wir uns, ob nicht die Touristen, die die Natur nicht achten, noch schlimmer sind.
Die nächsten Ferien beginnen schon bald und wir möchten sehr, dass Hel ein Ort ist, wo man die Nähe der Natur findet und nach ein paar am Strand verbrachten Tagen mit Wertschätzung für jedes Geschöpf heimkehrt. Ein solches Hel ist der Ort, den wir schaffen wollen.

Das Klassenzimmer

von Manuel Plonsky

Ich fahre in den Schulhof hinein und genieße das schöne Wetter, bevor ich mein Rad abschließe, voller Erwartung für die bevorstehende Englischstunde. Es ist Freitag, ich konnte ausschlafen, weil meine ersten zwei Stunden ausgefallen sind, ich habe mich deswegen auf die vier Stunden in der Schule und das Wochenende danach gefreut. Ich gehe in die Schule rein und grüße ein paar Freunde. In Gedanken versunken, was ich am Wochenende machen werde, gehe ich dann ins Klassenzimmer rein. Sofort merke ich, dass irgendetwas nicht stimmt. Es riecht seltsam, fast wie im Wald. Ich sehe mich um und weiß sofort weswegen. Überall sind Pflanzen, Lianen klettern die Wände hoch, es brechen Wurzeln durch den Fußboden, hier und da liegt Moos, ich kann sogar sehen, wie ein Vogel aus einem gebrochenen Fenster herausfliegt. Ich kann es nicht fassen, ich gehe noch einen Schritt in den Raum hinein und höre wie das Lineal, das ich am Tag zuvor dort vergessen hatte, knackt und kaputtgeht unter meinem Fuß. Ich beuge mich, hebe es auf, und starre mir die Bruchstelle an, die mir sehr echt erscheint.

Ich versuche rational zu denken, mein Gehirn sagt mir, dass es eine logische Erklärung geben muss, ich bin nicht im Traum. Ich gehe wieder aus dem Zimmer und stelle mit Überraschung fest, dass der Flur, der gerade voller Menschen war, nun leer ist und genauso aussieht, wie das Klassenzimmer, das ich gerade verlassen habe, auch hier scheint lange kein Mensch gewesen zu sein.

Dann kommt es mir in den Sinn. Es muss ein Streich sein, nicht einfach von irgendjemandem gemacht, sondern wirklich professionell. Ich schaue nach Kameras, finde aber keine. “Es ist so seltsam”, sage ich mir, als ich auf einmal ein Geräusch höre, das von um die Ecke kommt und nach Singen klingt. Es kommt näher. Da ich nicht weiß, was auf mich zukommt, verstecke ich mich in einer Einbuchtung in der Wand und warte darauf, bis sich die Quelle des Gesangs zeigt. Das Singen kommt immer näher, bis ich schließlich sehe, wie ein alter Mann um die 65 vorbeigeht, der kurze graue Haare und einen Bart wie der Weihnachtsmann hat. Ich beschließe, dass er keine Gefahr darstellt, und trete aus meinem Versteck heraus. Er dreht sich langsam um und mustert mich von Kopf bis Fuß und umkehrt, seine Augen etwas verwirrt. Es sagt lediglich: “Keine Schule heute, Junge”, und dreht sich mit einem Lachen um. Sein Lachen über den Witz ist so laut, dass ich mich frage, wann er das letzte Mal überhaupt gelacht hat.

Mir fällt ein, dass er wahrscheinlich meine einzige Hoffnung ist, herauszufinden, was hier vor sich geht, weswegen ich ihm hinterher laufe und frage: “Warum, was geht hier vor, wo sind alle?” Er läuft einfach weiter und sagt: “Ich weiß nicht, wo sie sind, aber ich weiß schon, dass seit mehr als 25 Jahren kein Schüler mehr in diesem Gebäude war.” Kurz danach fügt er hinzu, “Na ja, bis auf dich.”

„Das stimmt nicht”, sage ich, “Ich war gestern hier.”

Er dreht sich plötzlich um und schaut mich an: “Warte” sagt er, “Ich erinnere mich, du bist doch der Typ, der vor 35 Jahren verschwunden ist”.

Wie wäre es, wenn…?

text by Gina

Es war ein ganz normaler Tag. Eine Weile dachte ich zumindest, dass der Tag genauso verlaufen würde wie jeder Tag. Bald wusste ich, wie falsch ich da lag.
Wenn ihr euch fragt, wer ich bin: ich heiße Kate und bin 16 Jahre alt. Vor ein paar Tagen hatte ich ein ganz normales Leben als Schülerin, aber seit gestern hat sich alles verändert…

Wie immer bin ich um 7 Uhr aufgestanden, habe mich angezogen, bin zur Schule gegangen und war beim Französisch-, Mathe- und Chemieunterricht, alles nicht so sonderlich interessant.
Dann bin ich zum Klassenzimmer, wo wir Englischunterricht haben (ja, ich weiß, genauso langweilig wie der Anfang des Tages), aber als ich den Raum betrat, stockte mir kurz der Atem und mir fiel die Kinnlade runter.
Ich befand mich mitten im Regenwald. Ja, ihr habt richtig gehört, im Zimmer waren Bäume und Kletterpflanzen. Ich habe mich gefragt, ob ich noch in unserem Klassenzimmer war.
Auf einmal hörte ich eine Stimme neben mir, die sich sehr überrascht anhörte, und als ich mich umdrehte, sah ich meine beste Freundin Lucie. Zumindest war ich nicht mehr alleine in dieser verrückten Situation.
“Was geht hier vor?“, fragte sie etwas gereizt und ich musste zugeben: „Glaub mir, Lucie, ich würde gerne genau das gleiche wissen, aber ich habe überhaupt keine Ahnung.“
“Was machen wir denn jetzt? Können wir nicht einfach wieder aus der Tür rausgehen?“, wollte sie wissen. Eine gute Frage!
Es war so heiß und schwül, ich konnte mich kaum konzentrieren. Ich sagte mir: „Komm, keine Panik jetzt! Du bist irgendwie hierher gekommen (wo auch immer ich war, wusste ich auf jeden Fall, dass ich nicht mehr in unserer Schule war), du kannst genauso gut wieder zurückkehren. Ich muss nur herauskriegen wie.“
Mit lauter Stimme antwortete ich: „Ich weiß es nicht, aber wir können es versuchen.“ Und ja, wir versuchten zurückzugehen, aber schon kam der nächste Schreck: die ganze Schule war mit allen möglichen Pflanzen überwachsen. Wir sind schnell in unser Klassenzimmer, beziehungsweise das, was es früher mal war, zurückgekehrt.
“Und jetzt?” “Wir können nicht einfach hier bleiben und warten. Lass uns gucken, wie wir die Lage besser überblicken können“, antwortete ich und versuchte dabei, nicht zu ahnungslos zu klingen. Wir sind an einem riesigen Busch entlang gelaufen, wo die Wand hätte sein müssen, und kamen zur Fensterseite hin, wo nun eine gigantische Kletterpflanze stand. Ich folgte meinen Instinkten, zog an der gummiartigen Pflanze und konnte ein paar von ihren Ranken aus dem Weg räumen. Zu unserer Überraschung schauten wir plötzlich aus einem Fenster heraus, ja, ein Fenster mitten im Dschungel!
Wir guckten einander an, die Verwirrung stand uns beiden ins Gesicht geschrieben. Wir waren aber noch verwirrter, als wir auf einmal ein seltsames Geräusch hörten.
Stotternd fragte Lucie: „Hörst du das? Das unheimliche Brüllen?“ Natürlich konnte ich es hören, es war nicht zu überhören. „Es kam von hinter dem Fenster“. Wir schauten aus dem Fenster, aber da war nichts. Na ja, eigentlich konnte man doch etwas sehen, irgendetwas, was uns bekannt vorkam. Auf den zweiten Blick erkannten wir unsere Schule, viel grüner als sonst mit den ganzen Pflanzen wie auch unser ehemaliges Klassenzimmer, aber genauso angelegt wie unsere Schule. „Wie ist das möglich?“, flüsterte ich Lucie zu, die zustimmte: „Ja, wenn das unsere Schule ist…“, aber sie hatte keine Zeit zu Ende zu sprechen. Direkt vor uns stand ein Wesen, das ich in meinem ganzen Leben nie gesehen hatte. Ich kann es nicht mal beschreiben. Es sah aus wie ein Tiger, hatte allerdings lange Stoßzähne und den Panzer eines Gürteltiers. Nach dem ersten großen Schock sah ich mit Erleichterung, dass das Fensterglas noch zwischen uns und dem Wesen stand.
Aber dann versuchte es, sich durch die Pflanzenwand durchzuschlagen und wir bekamen beide erneut große Panik. Wir hörten, wie die Krallen die Pflanzen und das Mauerwerk entlang kratzten, ein penetrantes, beängstigendes Geräusch. Mir sträubten sich die Nackenhaare.
Was sollten wir machen? „Kate, wir müssen zurück.“ „Ja, ich weiß, zurück in unsere Zeit.“ Als das unheimliche Wesen direkt vor uns erschien, hatte ich einen Geistesblitz. Wir waren zwar noch in unserer Schule, aber offenbar lange Zeit nachdem, wir eigentlich zur Schule gingen. Es mag seltsam klingen, aber wir waren in der Zukunft, es gab keine andere Erklärung. „Wie bitte?“, fragte Lucie erstaunt. Ich versuchte zu erklären: „Ja, wir müssen in der Zukunft sein. Es gibt keine andere Erklärung. Ich denke, als wir durch die Tür reinkamen, gingen wir durch einen Zeitportal.“ „Das ist doch ein Witz!“ „Nein, leider nicht.“ „Und wie kommen wir denn zurück in unsere Zeit?!“ In dem Moment sahen und hörten wir mit Entsetzen, wie das Wesen die aus Pflanzen bestehende Wand beinahe durchbrach, bis es letztlich die ganze Überwucherung durchdrang mit einer schaurigen Schrei. Es kam nun direkt auf uns zu. Jetzt schien alles wie in Zeitlupe zu geschehen. Ich packte Lucie am Arm und zog sie mit zur Tür, das Monster direkt auf unseren Fersen, ich konnte sogar seinen Atem im Rücken spüren. Dann plötzlich war alles weg, sowohl die Pflanzen als auch das Wesen, und wir waren zurück, zurück in unserer Zeit und unserer Schule.
“Wie hast du das gemacht?“, fragte mich Lucie bestürzt. „Na ja, ich habe mich einfach daran errinert, dass in dem Moment, wo alles losging, ich mich gefragt hatte, wie die Schule hier in 50 Jahre aussehen würde, und offensichtlich bekam ich diese Antwort. Die Pflanzen und die Tiere würden diesen Ort wiedererobern und nur die Menschen würden die Harmonie stören können. Dann dachte ich einfach an unserer Zeit in der Schule und fragte mich, wie es wäre, wenn wir nicht mehr da wären, und dann ging ich durch die Tür.“
“Das heißt, du kannst überall in der Zeit herumspringen, indem du dich einfach fragst, wie es wäre, wenn?“ „Anscheinend…“ „Dann können wir froh sein, dass du dir die richtige Frage gestellt hast!“

Poetry Slam workshop mit Jan Kapela

1.

Erderwärmung, Klimakatastrophe,
Alles wie ein großer Ofen.
Wir verbrennen Erdöl, wir verbrennen Kohle.
So zerstören wir Europa, Deutschland, Polen.

Klimawandel, Erderwärmung,
Wie geht´s weiter – keine Ahnung.
Bald schon kocht der Ozean –
Wasser kommt nur aus dem Wasserhahn.

Wenn wir zusammenarbeiten – Wetten? –
Können wir vielleicht doch noch die Erde retten,
Filter in Kamine installieren,
über Grenzen hinweg kooperieren.

Mülltrennung, Verwertung sind tolle Sachen,
Wenn wirklich alle dabei mitmachen!

2.

Erderwärmung, Klimakatastrophe,
Alles wie ein großer Ofen.
Wir verbrennen Erdöl, wir verbrennen Kohle.
So zerstören wir Europa, Deutschland, Polen.

Wir wollen nicht mehr CO2,
Das Fieber geht sonst nicht vorbei.
Hochwasser, Dürren, das wird sich nicht bessern –
Die Fische verrecken in den Gewässern.

Pflanzt einen Baum, schließt die Fabrik,
Das ist so gut wie gute Musik.
Plastikflaschen und Methan vom Vieh
Machen uns kaputt wie nie.

3.

Erderwärmung, Klimakatastrophe,
Alles wie ein großer Ofen.
Wir verbrennen Erdöl, wir verbrennen Kohle.
So zerstören wir Europa, Deutschland, Polen.

Lieber aktiv sein, durch die Gegend stampfen
Als zu Hause Rindfleisch mampfen.
Lieber öfter das Fahrrad benutzen
Als mit Fluppen die Atmosphäre verschmutzen.
Wir können die Luft noch sehr gut gebrauchen,
Der Mensch muss atmen – nicht rauchen.

Das Ozonloch ist eine Gefahr für die Erde
Wie das Methan aus den Rinderherden.
Wir müssen der Luftverschmutzung den Kampf ansagen,
Dürfen sie nicht einfach wie eine Sucht ertragen.
Wir müssen unser Wasser sauber machen
Und nicht in Plastikflaschen packen.

Übersetzung SineQuaNon

Hallo aus dem Firhouse Community College in Irland

Unsere Schule, Firhouse Community College, liegt am Fuße der Dublin Mountains. Sie beheimatet 750 Schüler, die unterschiedlichen Glaubensrichtungen angehören und vielfältiger ethnischer Herkunft sind. Unsere Uniform besteht aus einem grünen Pullover mit V-Ausschnitt, einem grauen Hemd, einer grauen Uniformhose oder einem grauen knielangen Rock, einer Schulkrawatte, einer schwarzen Uniformjacke mit Schulwappen und einfachen schwarzen Schuhen. Im sechsten Schuljahr ersetzen wir das graue Hemd mit einem weißen und den grünen Pullover mit einem schwarzen.

Die Schule bietet zahlreiche außerschulische Aktivitäten in verschiedenen Bereichen an. Bei den Sportarten können wir zwischen Fußball, Rugby, gälischem Fußball, Hurling, Camogie (auschließlich irische Mannschaftsspiele), Basketball, Tischtennis und Leichtathletik wählen. Pädagogische Aktivitäten während des ganzen Schuljahres schließen ein Team ein, das auf Französisch debattiert, einen Chor, europäische Studien und immer wieder ein Quiz.

Wir haben ein Komitee für Grüne Schulen, das sich aus Schülern aller Jahrgänge zusammensetzt. Dieses Komitee zielt darauf ab, umweltfreundliches Verhalten zu fördern und zu unterstützen, beispielsweise das Recycling und das Energie- und Wassersparen. Die Schule arbeitet intensiv daran, eine grüne Flagge zu erwerben, eine Auszeichnung für Schulen, die sich mit Umweltthemen beschäftigen.

Wir begannen unser Weather Stations-Projekt mit einer Schreibwerkstatt mit Oisín McGann. Wir haben gelernt, wie man Geschichten strukturiert. Wir hatten interessante Diskussionen darüber, wie man eine Handlung schafft und Figuren entwickelt.

Im Übergangsjahr arbeiten wir innerhalb unseres breiten Themenspektrums an vielen verschiedenen Projekten im Zusammenhang mit dem Weather Stations-Projekt. Im Fach Geographie arbeitete jeder Schüler an einem Projekt über extreme Klimaänderungen. Im Fach Kunst haben die Schüler Figuren gezeichnet, die ein bestimmtes Wetter symbolisieren, und sie haben auch Comics gezeichnet. Im Englischunterricht schrieben wir Essays und Gedichte über das Wetter, und wir schauen uns jetzt einen Film mit dem Titel „5 degrees below“ an. Wir sehen uns auch Filme an über Naturkatastrophen, die der Klimawandel verursacht hat, zum Beispiel „Twister“ und „The Day After Tomorrow“.  Unsere Musikklasse hat Wettergeräusche aufgezeichnet und wird sie in Tonspuren mischen. Wir besuchten auch die Ausstellung zu ungewöhnlichem Wetter im Trinity College Dublin. Die Studenten des Trinity College kreierten für die Ausstellung viele verschiedene Wetterinstrumente, welche die Auswirkungen der vielen Klimatypen zeigten. Im Civic Theatre besuchten wir einen interessanten Vortrag über das Wetter. Unsere Schule wurde vor kurzem für den Credit-Union-Preis nominiert.

Im Fach Kunst sind die Schüler gerade dabei, für das Weather Stations-Projekt in der Schulbibliothek eine Wetteranzeige für Schnee mit Bäumen und Kunstschnee zu kreieren. Wir werden alle unsere bisherigen Arbeiten vor Weihnachten ausstellen. Dies wird unser Raum werden, speziell für unser Projekt, damit wir Ideen hinzuzufügen und es als Inspirationsquelle verwenden können.

Wir freuen uns darauf, von den anderen Schulen zu hören, die am Projekt teilnehmen.

Die Schüler des Übergangsjahres am Firhouse Community College.

Hallo Freunde!

Wir sind Schüler an Choláiste de hÍde, einer irischsprachigen Schule in Tallaght. Alle Fächer werden auf Irisch unterrichtet, eine der offiziellen Sprachen Irlands.

Alle Fächer werden auf Irisch unterrichtet, einer der zwei Amtssprachen Irlands. Wir möchten uns eurer Schulgemeinde vorstellen. Wir haben an diesem Projekt teilgenommen, das untersucht, wie die Einstellung der Leute zum Klimawandel geändert werden kann.

Zuerst einige Angaben zu unserer Schule: Tallaght liegt in West-Dublin, und unsere Schule befindet sich im lokalen Park, dem Tymon Park.

Schaut euch unsere Schule auf Google Maps an und auf www.colaistedehide.ie. Sie ist nach Douglas Hyde/Dubhghlas de hÍde, dem ersten Präsidenten der Republik Irland, benannt. Sie verfügt über hervorragende Einrichtungen und 323 Schüler. Unsere Schuluniform ist grün und rot.

Wir sind eine Gruppe von 15-16 Jährigen des Übergangsjahres (Transition Year), einem Schuljahr zwischen dem mittleren Staatsexamen (Teastas Sóisearach/Junior Certificate) und dem abschließenden Staatsexamen (Ardteist/Leaving Cert). Das Übergangsjahr ermöglicht es uns, neue Dinge auszuprobieren, häufig Ausflüge zu machen und uns neue Ideen außerhalb des Klassenzimmers anzuhören.

Als Teil des Weather Stations-Projektes hatten wir Workshops mit dem in Irland ansässigen Schriftsteller Oisín McGann und dem australischen Schriftsteller Tony Birch. Wir haben die Ausstellung zu ungewöhnlichem Wetter in der Science Gallery im Trinity College in Dublin besucht. Einige von uns verfassten einen Wetterbericht auf Deutsch, der auf YouTube hochgeladen wurde. Wir verfassten auch kurze Stücke über unser kleines bisschen irischen Himmel, die wir im kommunalen Kunstzentrum aufgezeichneten und die auf dem ABC-Radiosender in Australien gehört worden sein könnten! Dank unserer Teilnahme am Projekt wurden wir für den „Jugend des Jahres“-Preis der Credit Union nominiert. Im Unterricht haben wir über den Hurrikan Katrina geforscht, Wetterberichte auf Deutsch verfasst sowie praktische Tipps, wie man Energie sparen kann; im Fach Kunst haben wir Masken aus wiederverwerteten Materialien gebastelt und im naturwissenschaftlichen Unterricht mehr über Wetterkunde gelernt.

Wir hoffen, dass es euch gut geht und dass wir schon bald von euch hören! Bye now!

Mit freundlichen Grüßen,

die Schüler des Übergangsjahres an Choláiste de hÍde

 

Hallo aus dem Mount Seskin Community College, Irland

Substations radio

When our school invited towards the end of last school year, to be a substation of the Weather Station project, there was with us only a vague understanding that the project has to do with climate change and authors from around the world. At that time, at least for us not to predict how we would participate as a school community in the project. Our school year opened with a presentation for the teachers to the concept of climate change. This triggered a flood of creative work, the students ran out of our whole school together with the authors Oisin McGann and Tony Birch. Our students have recorded their memories as podcasts Weather in Rua Red. These Podcasts have become part of an art installation in Melbourne, while the work of Jordan O’Toole, a student of the first high school class, was selected to be transmitted in the Australian radio. Other students have visited the Civic Theatre to attend a Cli-Fi debate (Climate Fiction; cli-fi) participate. Still others have visited the Science Gallery at Trinity College. Under the dynamic and creative direction by a core team of teachers at school students are given the opportunity to respond to the diverse problems and challenges posed by the Weather Station project. Creative written texts, tweets Mother Earth, posters and a sculpture by students of the first high school class are just a few examples of how our students have reacted to the project.

An important aspect of the project is that both teachers and students can respond in a variety of forms. Some activities involve the whole school: for example, the specially developed curricula for all students that will be implemented at a particular time or discontinuation of all classes when we enjoy the work of individual students who read them over the intercom at school. Other activities are supervised by qualified instructors who work with their own class, and this allows for individual and creative answers. The quality of the work is made possible by the tremendous efforts of a core team of teachers as well as the continuous support and encouragement from the Tallaght Community Arts and Collective Action.

Our commitment to the project has proven to be highly stimulating and enjoyable. The reaction of the students and teachers has been very positive, and the success of our activities generates energy for further engagement. We did not really know where we were on the road, as we were on our Weather Stations trip, but so far it has been great, and we look forward to react in the months ahead to the challenges of climate change.

Ms Helen Taylor , Principal, Mount Seskin Community College, Tallaght, Dublin. Ireland

 

Theaterworkshop an der Schaubühne

Die Substation der Sophie-Scholl-Schule besuchte am 23.2.2015 einen vierstündigen Workshop an der Schaubühne in Berlin zu dem Theaterstück „der Volksfeind“ von Henrik Ibsen.

In dem Stück deckt Dr. Stockmann einen Skandal auf:  Das Wasser des Kurbades ist verseucht. Zuerst bekommt er Unterstützung von der Presse und seinen Freunden. Doch auf einmal wechseln diese ihre Position und sind gegen die Aufdeckung des Skandals. Sie sehen ihre eigene Zukunft bedroht.

Die Inszenierung von Thomas Ostermeier stellt die Frage: Welche Chance hat die Wahrheit in einer durchökonomisierten Gesellschaft?

Theater workshop

Die Schüler und Schülerinnen bekommen die Aufgabe:  War ich schon einmal opportunistisch? Wann? Warum?

Es war interessant die 'Beichten' der Klassenkameraden zu hören und deren Mimik dabei zu beobachten.

 

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Wer ist mächtiger? Wer ist stärker? Wer ist überzeugender?

Die Schüler und Schülerinnen werden von der Theaterpädagogin der Schaubühne, Wiebke Nonne, angeleitet, ihren Körper beim Theaterspielen richtig einzusetzen.

Ich habe das Stück durch den Workshop mehr verinnerlicht!

 

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Vielen Dank an das Team der Theaterpädagogik an der Schaubühne in Berlin!

Der Workshop war lustig und interessant, aber auch anstrengend.
Die Frage nach dem Ökonomischen Diktat war für die meisten 
schwer zu beantworten: 
'Das ökonomische Diktat herrscht über die gesellschaftlichen Interessen/ meine Interessen oder die ökologischen Interessen, wenn...anstatt...'