Wir handelten einfach, als gäbe es ihn nicht

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Wir begriffen nie, wie schwerwiegend er war… Wir handelten einfach, als gäbe es ihn nicht…

Meine Mutter sagt, sie erinnert sich an die Zeit, als die Angst vor einer Naturkatastrophe für sie im Hintergrund stand. Dass es aufgrund ihres Wohnorts fast unmöglich war, dass so etwas sie in irgendeiner Weise betreffen könnte.

Aber in Wirklichkeit sind wir selbst schuld…

Sie sagte, als der erste Zyklon Melbourne traf, war niemand darauf vorbereitet; er kostete Tausende das Leben und riss Familien und Häuser auseinander. Es dauerte Monate, bis die Menschen wieder auf die Beine kamen, aber ein Jahr später kam der zweite Zyklon. Die Leute wussten jetzt mehr über die katastrophalen Folgen eines solchen Ereignisses, hatten aber keine Zeit, sich vorzubereiten. Obwohl diesmal nur ein Drittel der Todesopfer des ersten Zyklons zu beklagen waren, ließ er doch Tausende obdachlos und verzweifelt zurück. Ab da kamen solche Ereignisse immer häufiger vor und wurden meist mit jedem Mal verheerender und zerstörerischer.

Aber das war vor 25 Jahren.

Hier sind wir nun, nämlich ich, mein Vater, meine Mutter und mein Bruder, alle zusammengekauert im Bunker, alle ganz still. Alles, was ich draußen hören konnte, waren das Krachen des Erdbodens, der über uns mit Gewalt auseinander gerissen wurde, und das furchterregende Heulen der mächtigen Winde. Ich hatte meine Kopfhörer auf, um die Geräusche auszublenden, aber es war fast unmöglich. Wir sind umgeben von unseren wertvollsten Besitztümern, oder jedenfalls so vielen, wie wir in unseren winzigen Bunker zwängen konnten. Als ein Trümmerstück draußen gegen die Tür fliegt, ist ein lauter Schlag zu hören, mein Herz setzt einen Moment lang aus und ich schrecke hoch und schlage mir beinahe den Kopf an.

Wir leben schon seit vielen Jahren unter solchen Bedingungen, ich wuchs mit solchen Ereignissen auf, was mich irrtümlich glauben ließ, dass solche Ereignisse normal sind und das auch schon immer waren. Aber nein, diese Naturkatastrophen waren, was manche „menschengemacht“ nennen. Sie waren unser Werk, wir hatten die Warnungen erhalten, sie aber ignoriert, als seien sie nicht von Bedeutung.

Kinder pflegten sich Dinge wie die neueste PlayStation oder Xbox zu wünschen, den besten Fußball oder Fußballschuhe, das Erlernen eines Instruments oder ein neues Fahrrad.

Heutzutage wünschen sich die meisten Kinder, ein paar Monate ohne eine Katastrophe erleben zu dürfen.

Das ist irgendwie ganz schön traurig.

Wenn man sich überlegt, dass das alles vermeidbar gewesen wäre.

Die Menschen müssen akzeptieren, wie real der Klimawandel ist, und obwohl ich in dieser Kurzgeschichte die Auswirkungen übertrieben habe, müssen wir trotzdem etwas ändern; denn man weiß ja nie. So etwas könnte passieren.

– Will / Footscray City College Substation

 

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

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