Blick auf den Fluss

Meine Schritte hallen beim Überqueren der Brücke auf den hölzernen Planken wider und eine leichte Brise fährt mir durch die Haare und weht mir einzelne Strähnen ins Gesicht. In der Mitte der Brücke bleibe ich stehen, halte mich am roten Geländer fest und betrachte die Landschaft vor mir in allen ihren Einzelheiten. Vor mir liegt der Fluss, dessen schimmernde Oberfläche von den gleißenden Strahlen der Sonne erleuchtet wird. Graue, vom tiefen Grün der Algen verfärbte Felsen säumen das Ufer auf beiden Seiten und trennen es vom Land. Üppiges grünes Gras wogt im Wind, verdunkelt von den Schatten der riesigen Bäume, die hoch über dem Boden aufragen. Spatzen, Elstern, Rosakakadus und Regenbogen-Loris schnellen in der Vegetation umher und stören die Stille mit einem Krawall aus Vogelstimmen. In der Ferne bellt ein Hund, gefolgt von einem quiekenden Kinderlachen, das mir die Brise zuträgt. Plötzlich höre ich, wie mein Name gerufen wird, und weiß, dass es Zeit ist zu gehen. Langsam wende ich mich ab und überquere den Rest der Brücke, in Gedanken noch beim Fluss. Den Fluss, an dem ich aufgewachsen bin. Den Fluss, an dem ich mein Leben lang gewohnt habe. Den Fluss, der so voller Leben ist… Ich kann nur hoffen, dass das so bleibt.

– Eliza / Footscray City College Substation

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Salat vom Fuß des Hügels

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Heute gingen wir an den Fuß des Hügels, um mehr über das Sammeln von Nahrung als Alternative zum Lebensmitteleinkauf im Laden zu lernen. Wir sammelten einige ganz bestimmte Dinge und gingen wieder zum Nachhaltigkeitszentrum hinauf, um einen Salat zu machen. Auch wenn er ziemlich würzig war, war er lecker und inspirierte mich, ihn auch mal zu Hause zu probieren.

Danach erfuhren wir mehr über Patricks Reise um Australien, auf der sie nur selbst gesammelte Nahrung aßen. Es war sehr interessant und klang, als würde es Spaß machen.

– Devlin / Footscray City College Substation

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Mein Ort: Der Strand von Williamstown

Von Makita

Sommer. Graue Wolken säumen den Horizont, während du in der Wärme der Sonne badest. Das Rufen, Schreien und Lachen kleiner Kinder, die im Sand spielen und im flachen Wasser waten. Hunde tollen fröhlich im kalten, salzigen Wasser herum. Die Wärme von oben, die deine Haut küsst, während du in den eisigen blauen Tiefen Zuflucht suchst, die dich entspannen und abkühlen. In der Luft gellen die Schreie der Möwen, die jemanden suchen, der gerade nicht aufpasst, um ihm ein paar Pommes frites zu entreißen. Der grobe, bräunliche Sand zwischen deinen Zehen. Der heiße Zement verbrennt die Ballen deiner bloßen Füße, während du verzweifelt von einem Fuß auf den anderen Richtung Meer hüpfst. Der salzige Geruch des Wassers sticht dir in die Nase. Dies ist mein Ort. Mein Ort ist der Strand von Williamstown. Ich wünsche mir, dass er so bleibt. Ich würde ihn vermissen, wenn der Klimawandel ihn verschlingt.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

 

Nahrungssuche

Von Luca

Während wir blind durch Footscray wanderten, ließ Patrick uns anhalten und zeigte uns essbare Pflanzen, die vergiftet neben uns lagen, wo sie früher atmeten und einander umrankten. Nachdem wir eine kleine Auswahl der zahlreichen essbaren Pflanzen gesammelt hatten, die es in unserem einzigartigen Land gibt, wurden sie zu einem Salat gemischt. Der himmlische Geruch der natürlichen Essenzen aus den Kräutern und Blättern zog mich an wie ein Köder die Fische, und trotz des überwältigenden Aromas waren der kräftige Geschmack und die ausgeprägte Knackigkeit aufschlussreich. Zu unserer Schande wird diese frische Nahrung von unserem Müll, unserer Verschmutzung und unseren Giften geschwächt und betäubt. Wir können das, was vor uns hier war, nicht länger so behandeln, wir können nicht mehr missachten, was Mutter Natur für uns bereitstellt, wir müssen unseren Planeten respektieren.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Glauben

Von Maxine / Footscray City College Substation

Hohe Deckengewölbe
Gesprungene und zersplitterte Fenster
Tausend Farben aus Licht
Die auf Reihen von Holzbänken fallen
Gleichförmig und wunderschön

Alle sind hier gleich
Du trittst durch die Tür
Und nichts ist mehr wichtig
Wir haben alle dasselbe Ziel

Ich glaube an keinen Gott
Oder ein Leben nach dem Tod
Aber die Kerzen
– Einhundert Wünsche
Zu einem einzigen verschmolzen –
Lassen dich zweifeln

Die widerhallende Stille
Erfüllt jeden Winkel mit Ruhe
Tausende Gebete
Schweben in der stillen Luft
Manche wollen retten
Und manche wollen gerettet werden
Aber sie alle kommen schließlich hierher

Ich glaube an keinen Gott
Oder ein Leben nach dem Tod
Aber ich glaube an eine Idee
Die die Welt vereint

 

 

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Mein Leseplatz

– Sue

Die alte Hängematte in meinem Garten war mein Lieblingsplatz zum Lesen, bis ihn sich die Kürbisse zu Eigen machten. Ich pflegte dort mit der Nase in einem Buch und einer Katze auf dem Schoß faule Sommernachmittage zu verbringen und im Schatten zu liegen, den die riesigen Eukalyptusbäume im Nachbargarten über den Zaun warfen.

Dann schlängelten sich im Laufe weniger Sommertage Kürbisranken über den Pfad, wanden sich um die Pfosten, kletterten über das modrige Segeltuch und stahlen meinen Lieblingsplatz. Blüten kamen zum Vorschein, und über die nächsten Wochen hinweg schwollen eine Handvoll kleiner gelber Nuggets zu riesigen orangeroten Früchten an. Sie duften erdig und ein wenig holzig und ich kann es kaum erwarten, sie zu essen.

 

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Der mächtige Yarra

kookaburras

Von Sue

Ich habe den Großteil meines Erwachsenenlebens nahe dem Yarra verbracht und und der Fluss bedeutet mir viel. Zu Universitätszeiten lebte ich stromaufwärts nahe Warrandyte und verbrachte ein paar faule Sommer damit, im trüben Lauf des Flusses zu schwimmen und auf Luftmatratzen dahinzutreiben. Heute lebe ich mit meiner Familie näher an der Innenstadt, aber nach wie vor in Gehweite des Flusses, und ich gehe oft dort spazieren. Dort unten scheint sich das ständige Brummen des Freeways im ruhigen, mächtigen Sog des Wassers zu verlieren. Während der langen Trockenzeit vor einigen Jahren fiel der Wasserspiegel drastisch ab und die umliegenden Feuchtgebiete trockneten aus. Das Bett der Lagune zerbrach in eine Million trockener Teile und die Vögel und anderen Lebewesen suchten anderswo Unterschlupf. Alles fühlte sich trocken und tot an. Als endlich der Regen kam, trat der Fluss über die Ufer und überflutete den Spazierweg und das umliegende Buschland, und alles, was lebte, wachte auf. Die Natur übertönte den Lärm des Freeways. Die lautesten Geräusche waren das schnelle Rauschen des Wassers, quakende Frösche und Kookaburras, die fröhlich aus den Bäumen lachten.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Schildkröte

Von Olivia

Das leise Schnurren des Motors dröhnt in meinen Ohren, während ich auf die rauen, aber friedlichen Wellen hinausschaue, die gegen das Schnellboot prallen. Beim Ein- und Auftauchen in die Wellentäler der rauen See weht mir die kühle Brise ins Gesicht. Auf dem Weg zur unverfälscht waldgrünen Insel bewunderte ich die wenigen Wolken, die Teile des ozeanblauen Himmels bedeckten. Ein paar Vögel glitten durch die Wolken, während ich meine Augen zum Schutz gegen die helle Sonne zusammenkniff, die wie ein Goldnugget am Himmel schwebte. Ich kletterte vom Boot ins kristallklare Wasser, begann mit den Beinen zu schlagen und spritzte ein bisschen im erfrischenden, aber warmen Meerwasser herum. Hunderte prächtiger und wunderschöner Fische schnellten in ihrem einzigartigen Zuhause aus Korallen umher. Während ich im Wasser schwamm, glitt ein tief grünbrauner Panzer vorbei, der durch das Wasser direkt unter mir plätscherte und den ich als 70 Jahre alte Schildkröte erkannte. Die Schildkröte steckte den Kopf aus dem Wasser, als ich mich aufrichtete, um aus dem salzigen Meer zu blicken, während sie ab und zu die Wasseroberfläche für einen frischen Atemzug durchbrach.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Ich liebe meine Bibliothek

Von Spencer

In ein Meer aus Papier eintauchen, ein Meer von Menschen, ein Meer von Wissen. Sie ist ein Ort der Ruhe und ein Ort des Lernens. Tausende von Geschichten sind hier gesehen, gehört und gelesen worden. Tausende von Helden, Bösewichten und Prinzessinnen in Not. Wir atmen die Luft, die sie atmen, wir können das Leben leben, das sie gelebt haben. Ein Buch unberührt vorfinden, seine staubigen Hallen wiederbeleben, die Stimme von Menschen aus der Vergangenheit hören. Den Geist schulen und den Verstand schärfen. Von bislang unbekannten Orten hören, etwas über die Sterne über uns und unser Land unter uns lernen. Ich liebe meine örtlichen Bibliotheken, ihre Bücher und ihr Wissen. Ich weiß, jeder Tag, den ich dort verbringe, ist ein nicht verschwendeter Tag.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister

Der Strand

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Von Angie

Seit ich denken kann, fahren meine Familie oder Freunde und ich bei jeder sich bietenden Gelegenheit an den Strand. Im Sommer für eine Woche mit allen meinen Tanten, Onkeln und Cousins, oder manchmal auch nur für ein Wochenende. Der Strand bedeutet mir viel. Ich weiß nicht, was ich tun würde, wenn er plötzlich verschwinden würde. Da wir im Alltag nicht zur Ruhe kommen, ist der Urlaub, wenn wir in den Wellen surfen und Sonne tanken, für uns alle eine Zeit, in der wir uns entspannen und das Zusammensein genießen können. Es gibt nichts, was man dringend tun müsste, nichts, worüber man sich Sorgen machen müsste, man schwimmt einfach nur im Wasser.

Aus dem Englischen übersetzt von Elisabeth Meister